DigiKompAmbulant

Innovative Arbeitsgestaltung in der ambulanten Pflege durch Digitalisierung und Kompetenzentwicklung

 

Ausgangssituation

 
Die Pflegebranche steht angesichts der Zunahme pflegebedürftiger Menschen, eines überdurchschnittlichen Krankenstandes der Beschäftigten und eines großen Fachkräftemangels vor besonderen Herausforderungen. Körperliche und psychische Belastungen sowie eine unzureichende Arbeitszufriedenheit wirken sich dabei negativ auf die Arbeitsfähigkeit der Pflegenden aus. Entsprechend der Strategie „ambulant vor stationär“ wird in Deutschland zurzeit auf kostengünstige Lösungen für die pflegerische Betreuung gesetzt. Die Arbeit in ambulanten Pflegediensten ist allerdings durch einige Besonderheiten gekennzeichnet, darunter die mobile Versorgung der Kundinnen und Kunden mit Leistungen unterschiedlicher Kostenträger sowie die Erfüllung vielseitiger Teilaufgaben, unter anderem die Schnell-Analyse des Gesundheits- und Allgemeinzustandes, das Ableisten pflegerischer Dienstleistungen einschließlich Interaktion und Kommunikation sowie die mobile Dokumentation der Dienstleistungen zu Abrechnungs- und Kontrollzwecken.

Die Erbringung einer ambulanten Pflegedienstleistung unterliegt folglich einer Konstellation hoch komplexer Anforderungen an eine effiziente Einsatzplanung und an die enge Abstimmung der räumlich verteilten Teammitglieder. Um die Zukunft der Versorgung in unterschiedlichen Pflegesettings in Deutschland zu sichern, sollen innovative Lösungen der Mensch-Technik-Interaktion (MTI) dazu beitragen, die Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und die Lebensqualität von Pflegebedürftigen zu erhalten sowie Pflegefachkräfte bzw. Pflegefachpersonen ebenso wie pflegende Angehörige zu unterstützen und zu entlasten. Es fehlt aber bisher an praktikablen und finanzierbaren Lösungen, wie neue pflegeunterstützende Technologien in der ambulanten Pflege helfen können, Pflegende zu entlasten, die Arbeit der Pflegefachkräfte zu vereinfachen und ihre Interaktionsarbeit zu unterstützen.

Ziel des Forschungsprojekts Gesellschaftlicher Mehrwert

Hier setzt das Forschungsprojekt DigiKomp-Ambulant an, indem auf innovative Weise die Nutzer/innen in den Mittelpunkt der Technikentwicklung gestellt werden. Im Einzelnen • soll ein Sensorkit für den Einsatz am Pflegebett entsprechend der Anforderungen von Pflegekräften weiterentwickelt und als Nachrüstungssatz für das ambulante Pflege-Setting nutzbar gemacht werden, • sollen die von der Sensorik erfassten Daten für verschiedene nutzeroptimierte Ansichts-Applikationen für Pflegekräfte und eine reibungslose Übertragung in verschiedene Pflegedokumentationssoftwaresysteme aufbereitet werden, • zielt damit das Verbundprojekt auf Lösungen, wie eine neuartige Datenaufnahme (Sensorkit am Pflegebett) und Datenübergabe (Pflegesoftware) die zwischen-menschliche Interaktion der Pflegekräfte mit den Pflegebedürftigen unterstützen kann, • werden geeignete Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Pflegekräfte ebenso wie Geschäftsmodelle für mittelständische Pflegetechnik-Anbieter entwickelt, • zielt letztlich das Projekt auf die empirische Erprobung und Begründung von Vorgehensweisen zur Nutzerbeteiligung, die helfen, neue Pflegetechnologien so zu entwickeln, dass sie bei den Endnutzern auf Akzeptanz stoßen.

Als Ergebnis wird eine Übersicht von Erfolgsfaktoren für die Entwicklung und den Einsatz innovativer IKT in der ambulanten Altenpflege und deren Überführung in Geschäftsmodelle und Qualifizierungsangebote angestrebt. Die Technikanbieter entwickeln nutzergerechte Sensor-, Vernetzungs- und Interface-Technologien und stellen ausgewählte Anwendungen zum Test unter realen Bedingungen zur Verfügung. Die hierbei erhobenen Daten zu Technikakzeptanz, Nutzererfahrung und Interaktionsarbeit werden zur iterativen (agilen) Optimierung der Technik an die Entwickler zurückgespiegelt. Parallel werden Geschäftsmodelle zur IKT-Nutzung und Qualifizierungen für Beschäftigte in der ambulanten Pflege erarbeitet. Projektmanagement, Evaluation und Transfer begleiten die auf 8 Arbeitspakete verteilten Aktivitäten. Hierauf bauen anschließende Forschungsarbeiten und weitere Aufträge zu Beratung, Qualifikation sowie Entwicklung und Etablierung wirtschaftlich tragfähiger Geschäftsmodelle für soziale Dienstleister auf. Die Praxispartner profitieren sowohl vom unmittelbaren Zugang zu Erfolgsfaktoren der Nutzung von IKT und im Projekt erworbener Marktkenntnis als auch durch die Qualifizierung der Mitarbeiter. Die Ergebnisse werden mittels Handreichungen, wissenschaftlichen Publikationen und öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen bundesweit nachhaltig zugänglich gemacht und fördern über wissenschaftliche und wirtschaftliche Weiterverwertung die Nutzung von IKT im ambulanten Sektor.

 

 

 

 

Projektlaufzeit: Ansprechpartner: Projektpartner:
01. Juli 2019 - Herr Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen MA&T Sell & Partner GmbH
30. Juni 2022 MA&T Sell & Partner GmbH Institut für Unternehmenskybernetik (IfU) e.V. an der RWTH Aachen
  52146 Würselen St. Gereon Seniorendienste gGmbH
  Tel.: +49 2405 4552 0 Franziskusheim gGmbH
  Email: fuchs@mat-gmbh.de Vega Software GmbH
    HTV GmbH